Wer sich hier über den Preis beschwert, muss die Logik hinter den Spannungsklassen verstehen. Es ist keine Zumutung, dass ein 12V-Gerät nicht mit einem 18V-Akku kompatibel ist – das ist physikalisch und mechanisch schlicht unmöglich. Wer bereits eine große Sammlung an 18V-Akkus und Ladegeräten besitzt, wie es bei mir der Fall ist, wird diesen Kompressor als Segen empfinden. Makita liefert hier gezielt nur das nackte Gerät, was genau das Richtige ist, da man die Zusatzkosten für unnötige Akkus und Ladegeräte spart. Der Preisunterschied zur vollbestückten Version lohnt sich für jeden, der ein kompatibles Ökosystem bereits aufgebaut hat.
Die Handhabung ist exzellent. Das Gerät ist kompakt, leicht und passt perfekt in eine kleine Transportbox. Besonders hervorzuheben ist die niedrige Stromaufnahme: Ich konnte alle vier Autoreifen sowie mehrere Fahrradreifen auffüllen, ohne dass der Akku signifikant belastet wurde. Die Bedienung über das beleuchtete Display ist intuitiv; das Umschalten zwischen PSI, kPa und Bar sowie die Auswahl der verschiedenen Füllmodi (inkl. Ballmodus mit mitgelieferter Nadel) funktionieren einwandfrei.
Ein oft kritisiertes Detail ist die scheinbare Überfüllung um ca. 0,2 bar beim automatischen Abschalten. Dies ist jedoch ein bewusstes Designmerkmal: Da beim Abkoppeln des Schlauches Druckverlust entsteht, kompensiert das Gerät dies, sodass am Ende exakt der Sollwert im Reifen vorhanden ist. Wer das nicht möchte, kann den Vorgang manuell abbrechen, muss dann aber mit einem leichten Druckverlust nach dem Entfernen des Schlauchs rechnen.
Lautstärke ist für einen Kompaktkompressor erstaunlich gering. Insgesamt eine sehr empfehlenswerte Investition für den Heimwerker, der Wert auf Zuverlässigkeit und Kompatibilität mit seinem bestehenden Werkzeugpark legt.